Stäfa

Grundstein für Musikschulhaus ist betoniert

Nach jahrelanger Planung haben die Bauarbeiten für das neue Stäfner Musikschulhaus auf dem Areal des Blockflötenbauers Fehr begonnen.

Beton und Dokumentenkapsel: Musikschulpräsident Luzius Appenzeller, Gemeindepräsident Christian Haltner, Loni Pünter als Vertreterin der Spender, Schulpflegepräsidentin Christine Würsten und Projektleiter Lorenz Raymann (von links) fabrizieren den Grundstein für das neue Musikschulhaus in Stäfa.

Beton und Dokumentenkapsel: Musikschulpräsident Luzius Appenzeller, Gemeindepräsident Christian Haltner, Loni Pünter als Vertreterin der Spender, Schulpflegepräsidentin Christine Würsten und Projektleiter Lorenz Raymann (von links) fabrizieren den Grundstein für das neue Musikschulhaus in Stäfa. Bild: Moritz Hager

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Als die Musikschule Stäfa (MSS) 2001 im einstigen Rebbauernhaus an der Goethestrasse 13 eingezogen sei und vier Unterrichtszimmer bezogen habe, da habe sie endlich ein «Daheim» gefunden. Mit diesen Worten begann der damalige MSS-Präsident und derzeitige Projektleiter für das neue Musikschulhaus, Lorenz Raymann, seinen Rückblick vor der klaffenden Baugrube hinter ebendiesem Haus. Schon immer habe man sich für das hinter dem Rebbauernhaus gelegene Werkstattgebäude der Flötenbaufirma Fehr interessiert, um vielleicht dereinst die Klavierschüler und Schlagzeuger unterbringen zu können.

Die heute rund 600 Schüler der MSS werden abgesehen von der Goethestrasse noch an der Bahnhofstrasse (im Hulftegger-Gebäude) sowie in Räumlichkeiten der Schule und in Privaträumen unterrichtet.

1,7 Millionen für Neubau

Das Interesse an ebendiesem Werkstattgebäude, sagte Raymann weiter, war ausschlaggebend für die über Jahre folgenden Abklärungen und Projektierungen sowie nicht zuletzt für die Geldbeschaffung durch den Förderkreis «Gemeinsam für ein Musikschulhaus». Denn das Ziel der MSS war von Anfang an, für ihr Vorhaben neben der Fremdfinanzierung ein Eigenkapital von 50 Prozent zu erreichen. Nach dem Wegzug der Firma Fehr und dank dem Vorkaufsrecht für die MSS konnte die Liegenschaft für 1,5 Millionen Franken im September 2015 erworben werden (die ZSZ berichtete). Einen Investitionsbeitrag von 500 000 Franken hatte im März 2014 die Stäfner Gemeindeversammlung bewilligt. Für den derzeit anstehenden Um- und Neubau rechnet man mit Kosten in der Höhe von 1,7 Millionen Franken. Zum angestrebten Eigenkapital, wie am Rande von Ex-Gemeinderat Hans Ulrich Scheller zu erfahren war, fehlten noch rund 100 000 Franken: «Wir sind derzeit auf 47 Prozent.»

Einsprachen gegen die Baubewilligung hat es keine gegeben. So sind nach der Baufreigabe Mitte Februar die Bagger aufgefahren und haben noch während der Sportferien mit dem Abbruch der Werkstatt und dem Aushub begonnen. Der für das Projekt des Neubaus zuständige Architekt Wolfgang Müller von der Zürcher AMZ Architekten AG nannte das bereits abgerissene Gebäude eine Remise. «Aus dieser wird ein eigenständiges Haus und zeitgenössischer Bau entstehen», erläuterte Müller den geladenen Gästen, «der das historische Rebbauernhaus respektiert und sogar mit diesem verbunden sein wird.» Es habe Mut gebraucht, nicht zuletzt wegen der knappen Mittel, für diese Verbindung ein Treppenhaus mitsamt Lift vorzusehen. «Unsere Lösung soll ja für die nächsten 40 Jahre Bestand haben», meinte der Architekt zur Verantwortung gegenüber der über 40-jährigen Musikschule.

Der dreigeschossige Neubau wird über sieben Übungsräume sowie einen 80 Quadratmeter grossen Mehrzweckraum sowie einen Schlagzeugraum verfügen. Nach einer Bauzeit von rund einem Jahr erhält so die Musikschule an der Goethestrasse im Frühling 2018 ein eigenes Zentrum.

Eine Fehr-Flöte muss mit

An Luzius Appenzeller, aktueller Vereinspräsident der MSS, war es, mit den Worten «Jetzt gehts aber wirklich los» zum offiziellen Akt der Grundsteinlegung zu bitten und damit den Baubeginn zu feiern. In die erdige Grube des Aushubs stiegen neben dem Präsidenten und dem Projektleiter Raymann der Gemeindepräsident Christian Haltner (FDP) sowie die Schulpflegepräsidentin Cristina Würsten (FDP) und Loni Pünter als Vertreterin der Sponsoren und Spender hinab.

Bei Grundsteinlegungen ist es üblich, zeitgenössische Dokumente einzumauern und so der Nachwelt zu hinterlassen, darum präsentierte Raymann, was in seiner Büchse Platz gefunden hatte: Neben einer am Ort des Geschehens hergestellten Sopranflöte sind es Musikdokumente, Pläne, eine Tageszeitung sowie ein USB-Stick. Dann stülpte er den Deckel auf die Büchse, liess diese vom Vereinspräsidenten luftdicht verkleben und bettete sie in eine Holzkiste. Darauf schöpften die Beteiligten mit ihren Mauerkellen Feinbeton rund um die Büchse. Da nämlich das Fundament des Neubaus noch nicht gelegt ist, wird der «mobile Grundstein», wie Raymann erläuterte, bei den nächsten Arbeiten in den Boden einbetoniert. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 25.03.2017, 10:10 Uhr

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