Benken

Das Tuckern der «Oldies» ist wie Musik in den Ohren

Bei strahlendem Wetter war gestern Sonntag für zahlreiche Besitzer von alten Landmaschinen und Traktoren das Oldtimer-Traktorentreffen eine ideale Präsentationsplattform.

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Für einen Tag lang glich das Gelände rund um die Rietsporthalle einem Freiluftmuseum. Das 5. Oldtimer-Traktorentreffen der Freunde alter Landmaschinen Linth mit Präsident Heiri Kamer an der Spitze wurde richtiggehend überrannt von Ausstellern. «350 haben sich angemeldet, ­gekommen sind rund 650 aus der ganzen Schweiz», sagte Kamer. Er sei überrascht, wie das Interesse für solche Fahrzeuge, die teilweise jahrelang in einem Stall unrestauriert dahinschlummerten, gestiegen ist. Der Oldi-Club Linth als Organisator zählt rund 70 Mitglieder und feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen.

Unübersehbar dominierten die roten Hürlimann- und die grünen Bührer-Traktoren das Gelände. Die Faszination für die Relikte aus längst vergangenen Zeiten kannte bei den vielen Besucherinnen und Besuchern keine Grenzen. Der einheimische Heiri Kamer stellte seinen Autotraktor der Marke Opel mit Jahrgang 1932 aus. Er habe drei Jahre in die Restauration investiert und dabei rund 1000 Stunden aufgewendet. «Der Opel war ein Rosthaufen ­ohne Motor, der in einem alten Schopf dahinvegetierte», sagte Kamer. Seine ganze Familie sei mit diesem Virus infiziert, und er schätze einfach den Kontakt unter den Oldie-Freaks. Man kennt sich von früheren Treffen und teilt die gleiche Leidenschaft.

Affinität zu alten Vehikeln

Auch This Vogel aus Niederurnen zog mit seinem roten nostalgischen McCormick, einem fran­zösischen Modell, die Blicke auf sich. Kaum hatte er sein Unikat mit Jahrgang 1948 einparkiert, scharten sich bewundernde Zuschauer um diesen blitzblank polierten Traktor. Auch er habe rund 1000 Stunden ins Restaurieren gesteckt, als er ihn vor 15 Jahren gekauft habe, bemerkte der Glarner. «Und ein paar Fränkli dazu», meinte er mit einem breiten Lachen.

Festwirt Paul Blöchliger war mit drei Fahrzeugen aufgefahren. Er betonte, dass die Vergänglichkeit dieser Vehikel unter den Teilnehmenden verbindet. Es müsse nicht alles schön sein, was ausgestellt werde, sondern die Fahrzeuge könnten auch im Urzustand ihren Reiz haben. Josef Murer aus Jona war mit seinem McCormick-Traktor, Jahrgang 1927, nach Benken gerollt. Der Traktor wurde zur Restauration total zerlegt, alle Teile in Neu­zustand gebracht und neu auf­gebaut.

Ebenso wurde in Benken altes Handwerk gezeigt und vorgestellt. So konnte man einen mit Diesel betriebenen Stein­brecher, Jahrgang 1928, bei der Arbeit bestaunen, eine Holzspaltmaschine und eine Miele-Waschmaschine mit einem 2-Zylinder-Diesel-Antriebsmotor anno 1910. Der Anlass bot aber auch einen Einblick in die Mechanisierung der Landwirtschaft im Laufe des 20. Jahrhunderts. Es war ein Sehen, Hören, Riechen, Bestaunen und Spüren dieser nostalgischen Traktoren und Gerätschaften. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 18.06.2017, 17:42 Uhr

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