Weihnachts-FlashBack

Die unerwarteten Geschenke sind die schönsten

Online-Redaktorin Fabienne Sennhauser hat lange nach einem geeigneten Thema für ihren Weihnachtsblog gesucht. Am Ende war es das Geschenk eines Kollegen, das ihr geholfen hat.

Zwickende Nylonstrumpfhosen, kratzige Kleidchen und aufgedrehte Verwandte. Genau diese Erinnerungen waren es, die mich als erstes einholten, als mir mein Onlineredaktionskollege von seiner Blog-Idee der Weihnachts-FlashBacks erzählte. Noch dunkler wurde der Himmel über mir, als ich dann seinen Beitrag las. Dieser handelte von den Lego-Abenteuern seiner Kindheit, die durch einen ebensolchen Adventskalender diese Weihnachten wieder zu neuem Leben erweckt wurden.

Es ist nicht so, dass mir seine Geschichte nicht gefiel. Um ehrlich zu sein, verschlang ich die Zeilen seines Blogs regelrecht. Nur, das half mir alles nichts. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, was zum Teufel ich hätte schreiben sollen. Kurz regte sich der Gedanke in mir, das Ganze zu boykottieren. Aber was hätten wohl meine Arbeitskollegen von mir gehalten, hätte ich es wirklich getan!?

Nun gut, das Schwarzmalen musste also ein Ende haben. Ausserdem bin ich Journalistin, ich kann in jeder Situation und zu jedem Thema schreiben. Das hab ich mir wenigstens so eingeredet. Also begann ich ganz pragmatisch alle kindlichen Weihnachtserinnerungen stichwortartig zu notieren.

Und wahrlich, die Mehrheit der Begriffe waren in meiner Erinnerung positiv konnotiert. Das Problem ist nur, das wirklich nichts von alle dem noch heute Bestand hätte. Gut, mein Kuschellöwe hat zwar noch immer einen Stammplatz in meiner Wohnung, alles andere jedoch hat sich um 180 Grad gedreht.

Die Stichwortliste brachte die Online-Redaktorin nicht zum Ziel. Bild: Fabienne Sennhauser

Beispiel gefällig? Kleidchen und Strumpfhosen etwa sind lang passé. Heute sitze ich gar im Pyjama vor dem Weihnachtsbaum. Auch die Zeiten des peinlichen Flötenspiels vor der versammelten Verwandtschaft sind lange schon vorbei, ersetzt durch trashige Weihnachtsfilme, die unentwegt über den Fernsehbildschirm flimmern. Kurzum, auch die Stichwortliste führte zu keinem Durchbruch in Sachen Weihnachtsblog.

Dann jedoch erschien mir der rettende Engel! Oder vielmehr das rettende Packet. Der obengenannte Kollege – ja genau der mit dem Lego-Tick – sorgte bei uns Onlineredaktoren nämlich für eine vorweihnachtliche Bescherung.

Total überrascht und voller Spannung machte ich mich sogleich daran, dass für mich bestimmte Päckli zu öffnen. Und unter dem grünen Packpapier erschien – wie hätte es auch anders sein können – eine Legopackung. Meine Arbeit musste jetzt natürlich warten. Sofort machte ich mich daran, die vielen kleinen Teilchen zusammenzusetzen.

Das Päckli ihres Kollegen brachte der Online-Redaktorin die Erlösung. Bild: Fabienne Sennhauser

Herausgekommen ist ein wunderbarer gelber Rennflitzer inklusive Rennfahrer. Als mein Werk vollendet war, zog ich mit dem Rennboliden in meiner Hand von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz. Mit leuchtenden Augen erzählte ich den Redaktionsgspänli vom verfrühten Weihnachtspräsent.

Der schnittige Flitzer hat einen Ehrenplatz auf dem Schreibtisch erhalten. Bild: Fabienne Sennhauser

Und dann geschah es: Ich erlebte einen Weihnachts-FlashBack! Ja genau so war es doch in meiner Kindheit auch gewesen, wenn Mama ganz zum Ende der Bescherung plötzlich noch ein Geschenk unter dem Weihnachtsbaum hervorzauberte. Eines, mit dem ich so gar nicht gerechnet hatte, ein Supplement.

Nicht, dass ich mich über all die anderen Geschenke nicht auch wahnsinnig gefreut hätte, aber diese eine Überraschung, die konnte durch nichts mehr anderes getoppt werden. Wie mein neues Rennauto sofort Arbeit und jeglichen Frust in den Hintergrund stellte, war es damals jeweils auch mit dem Überraschungsgeschenk von Mama. Mein Fazit: Die unerwarteten Geschenke sind die schönsten. Und das wird immer so bleiben. (zsz.ch)

Erstellt: 23.12.2016, 13:42 Uhr

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