Online seit 26.05.2012 0:00
Stadt muss auf den Kauf des «Frohberg» verzichten
Die Stadt kämpfte für das «Frohberg»-Gesamtpaket, scheiterte aber am Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht. Bild: Joel Hanhart
Rapperswil-Jona. Die Stadt wollte das «Frohberg»-Areal nur im Gesamtpaket kaufen. Weil dies aus gesetzlichen Gründen unmöglich ist, muss sie die Perle an Top-Lage anderen Interessenten überlassen.
Michael Grimm

Zu gerne hätte die Stadt Rapperswil-Jona das «Frohberg»-Areal in ihr Inventar aufgenommen. Etwa zehn Millionen Franken hätte der Handel gekostet ein Schnäppchen, sollen doch dem Vernehmen nach im Lenggis schon bis zu 3000 Franken pro Quadratmeter Bauland bezahlt worden sein. Auch die Parteien standen hinter dem Vorhaben. Doch daraus wird nun nichts.

Zum Verkauf stehen zwei Grundstücke an exquisiter Lage. Zum 7000 Quadratmeter grossen Areal gehört noch ein weiteres, knapp 11?000 Quadratmeter grosses Grundstück, das zur Zone «Übriges Gemeindegebiet» zählt. Und hier ist der Haken: Das Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht schreibt vor, dass Land in dieser Zone nur erwerben kann, wer darauf Landwirtschaft betreibt. Dies ist der Stadt nicht möglich. Mit einem Gesuch versuchte sie, diese Einschränkung zu umgehen. Es wurde abgelehnt, ebenso wie die darauf folgende Wiedererwägung.

Beides oder nichts

«Es war von Anfang an klar, dass sich unser Angebot nur auf beide Grundstücke beziehen kann», erklärt Stadtpräsident Erich Zoller. Der Aussichtspunkt und der öffentliche Fussweg seien für die Stadt ebenso zentral wie der Gastrobetrieb. Der alleinige Erwerb des Restaurants sei nicht vertretbar. «Deshalb haben wir unser Angebot zurückgezogen, noch bevor der endgültige Kaufpreis ausgehandelt war.» Man bedauere sehr, dass das vielversprechende Geschäft aus rechtlichen Gründen scheiterte.

Derzeit gehören die beiden Grundstücke einer Erbengemeinschaft. Sie hätte die Stadt vorrangig behandelt und bedauert, dass das Geschäft mit ihr nun nicht zustande kommen kann, wie Hubert Ganz von Adwista Treuhand in Rapperswil sagt. Dass die Stadt ein gleichwertiges Angebot wie die übrigen Interessenten hätte machen müssen, war dennoch eine Voraussetzung.

Wie der Besitzerwechsel des Lengisser Bijoux vonstattengehen wird, ist offen. Der Erbengemeinschaft eilt es nicht mit dem Verkauf. Wirtschaftsprüfer Ganz weiss von potenziellen Käufern, die am ganzen Paket Interesse zeigen und sämtliche Auflagen erfüllen. Zusätzlich steht er mit solchen in Kontakt, die bloss einen Teil des Areals erwerben wollen.

Das Restaurant Frohberg wird weiterhin geöffnet und voll in Betrieb sein. Zwar verlässt der weit herum bekannte Gastronom Ewald Mandl das Haus. Er wird Rapperswil-Jona aber erhalten bleiben. Per Ende Oktober wechselt er ins Restaurant Quellenhof, das von seiner Frau geführt wird. Eine Nachfolgeregelung für den «Frohberg» besteht noch nicht.

© Tamedia AG 2011 Alle Rechte vorbehalten