Es sei, als ob man von einem Autoscheinwerfer geblendet werde: So beschreibt Bernhard Wehrli in Feldbach, was er Abend für Abend erleben muss. «Das Licht ist stechend hell und überstrahlt alle anderen Lampen am linken Ufer.» Obwohl der Zürichsee Landschaftsschutz intervenierte, sei die Gemeinde Freienbach nicht bereit, ihre Anlagen vernünftig auszurichten.
Kurt Zurbuchen, Gemeindepräsident in Freienbach, kennt die Reklamationen aus der Bevölkerung: «Wir haben vor zwei Jahren reagiert und die Einstellung und Ausrichtung der Lichter korrigiert.» Doch diesen Anpassungen seien Grenzen gesetzt, das liege in der Natur der Sache. So könne es vorkommen, dass nach einer Korrektur der Lichter einfach andere Leute vom Lichtkegel getroffen würden.
Vor der eigenen Türe kehren
Pius Kistler, Liegenschaftsverantwortlicher in der Gemeinde Freienbach, versteht die Aufregung nicht: Man habe seit den Korrekturen der Lichtanlage in der Anlage Chrummen keine Reklamationen mehr erhalten. «Es gibt Leute, die stören sich einfach an allem», meint Kistler. Man könne nichts mehr machen in der heutigen Zeit, ohne dass Bürger Einsprache machten. Abgesehen davon solle das andere Ufer lieber vor der eigenen Türe kehren: Schliesslich käme es auch ennet des Zürichsees zu Lichtverschmutzung.
Hermann Annen von der Tulux AG in Tuggen ist Fachmann für Flutlichtanlagen und kennt die Problematik: «Lichter von alten Anlagen sind aufgerichtet und strahlen auch horizontal.» Mit neuer Technik lasse sich die Lichtverschmutzung reduzieren. Bei grossen Plätzen lasse sich das Problem allerdings nicht ganz aus der Welt schaffen. In Freienbach werde die Rundbahn von einer älteren Lichtanlage beleuchtet. Sie zu ersetzen, würde die Gemeinde Hunderttausende Franken kosten.
Das Recht liegt beim Licht
Beeinträchtigung durch Lichtquellen zu verhindern, sei kein einfaches Unterfangen, erläutert Dominik Bachmann von Zürichsee Landschaftsschutz: Im Gegensatz zum Lärm gebe es keine Limiten oder Richtlinien, die man ins Feld führen könne. «Störungen durch Licht können sehr ärgerlich sein. Sie zu beheben, ist selten möglich», meint Bachmann. Bis vor das Bundesgericht gelangte ein Anwohner in Lachen, der unmittelbar neben dem Sportplatz Seefeld lebt und sich durch das Flutlicht gestört fühlt: Nach langem Kampf unterlag er, das Gericht gab dem Sportplatz Recht.
Mit den Gemeinden reden
Neben den Kosten nennt Dominik Bachmann einen weiteren Grund, wieso störende Lichtquellen schwer zu bekämpfen sind: Einsprachen bei den Baubehörden führten selten zum Erfolg, weil Sportanlagen meistens von den Gemeinden geführt werden. Der Schilfröhrli-Verein versuche seine Interessen primär auf politischem Weg durchzusetzen, indem das Gespräch mit den Behörden gesucht werde.
In den Höfen hat der Verein Zürichsee Landschaftsschutz mittels Einwand beim Schwyzer Regierungsrat in zwei Fällen interveniert und einen Kompromiss erreicht: In Schindellegi wurde an der Paulistrasse die Störung einer Leuchtreklame reduziert. In Feusisberg ist beim Hotel Panorama die Leuchtschrift gedrosselt worden.
