Online seit 10.05.2012 0:00
Das Sicherheitsressort ist äusserst begehrt
Rapperswil-Jona. Alle wollen für mehr Sicherheit sorgen. Nebst dem Kandidaten der SVP, Kurt Kälin, steigt auch Charly Hochstrasser um einen Sitz im Stadtrat ins Rennen. Beide liebäugeln mit dem Sicherheitsressort. Auch Istvan Nagy möchte die Sicherheit oder die Liegenschaften betreuen. Das Amt für Soziales ist kein Magnet.
Sarah Gaffuri

Gestern stellte die SVP ihren Kandidaten für die Stadtratswahlen vom September vor. Kurt Kälin ist in Jona aufgewachsen und lebt seit 2009 wieder hier. Während der Jahre, die der 42-Jährige in Hurden lebte, politisierte er in der lokalen FDP. Der SVP habe er sich erst vor kurzem zugewandt. Nach einer Weiterbildung habe er wieder die Zeit für Politik gefunden und festgestellt, dass die SVP in Rapperswil-Jona aktiver sei als die anderen Parteien. Sie vertrete seine Anliegen daher besser. Der Banker fühlt sich besonders vom Sicherheitsressort angezogen. Das erstaunt wenig: Gerade die SVP hatte FDP-Stadträtin Brigitte Bruhin wiederholt für ihre Leitung dieser Abteilung kritisiert.

Doch gerade für dieses Ressort interessiert sich auch Charly Hochstrasser. Der 44-jährige Parteilose verweist dabei auf seinen Werdegang. Im Militär diente er als Offizier, wechselte dann aufgrund von Knieproblemen in den Zivilschutz. Der Künstler engagiert sich in der IG Halle und ist Vizepräsident der IG Mobilität, die im letzten Jahr die Abstimmung gegen den Stadttunnel gewann.

Auch Istvan Nagy, der dritte, der gestern seine Kandidatur bekannt gab, liebäugelt mit dem Sicherheitsressort. Fast noch besser würde ihm aber aufgrund seines Werdegangs das Ressort Liegenschaften gefallen. Der 44-Jährige betreibt seit über 20 Jahren seinen eigenen Kurierdienst.

Nagy ist weit vernetzt, agiert in zahlreichen Ehrenämtern, Vereinen, schreibt unter anderem für die «Zürichsee-Zeitung» und kommentiert Eishockey-Spiele für Radio Central.

Keiner der drei Kandidaten ist erpicht auf das Amt für Soziales. Alle drei haben Erfahrungen im Organisieren grösserer Anlässe: Nagy beispielsweise war mehrmals Mitglied des Organisationskomitees des Blues?n?Jazz und ist Mitglied der Geschäftsleitung des Seenachtfests 2013. Charly Hochstrasser ist Co-Projektleiter der Bruno-Zehnder-Ausstellung «Unter Pinguinen». Alle sind in Rapperswil-Jona aufgewachsen. Alle finden, es brauche frischen Wind im Stadtrat. Die Parteien im Stadtrat, so hört man unisono aus drei Mündern, seien nicht volksnah genug. Das Verkehrsproblem steht bei allen auf der Fahne, die Sicherheit ebenso.

Dennoch präsentieren sich die Kandidaten sehr unterschiedlich. Während Kälin vierfacher Familienvater und Mitarbeiter der Zürcher Kantonalbank ist, widmet sich Charly Hochstrasser den Künsten, sowohl selber als Gestalter als auch als Konzeptor von Ausstellungen der Werke anderer. Seine Parteilosigkeit sei seine Stärke. Hochstrasser hat bereits Erfahrung gesammelt, als er gemeinsam mit Hubert Zeis und der IG Mobilität das lokalpolitische Parkett betrat. Zeis gab seine Kandidatur für das Amt des Bauchefs letzte Woche bekannt.

Istvan Nagy wiederum hat sich zwar politisch bisher nicht etabliert. Dafür ist er in so gut wie allen anderen Sektoren trittsicher und breit abgestützt. Der Gewerbler engagiert sich in seiner Freizeit für Jugendliche, bildet auch selber einen Lehrling aus.

Schon in den Startlöchern

Der vierte Name, der zurzeit heiss gehandelt wird, gibt keine definitive Zusage ab. Doch Oliver Bühler, Organisator zahlreicher Events und unter anderem Betreiber der Starlite Eventund Exhibition Hall, scheint durchaus in den Startlöchern zu stehen. Die Bewegung, die er zurzeit dabei ist aufzubauen, werde möglicherweise in zwei Wochen einen Kandidaten aufstellen. Bühler schliesst nicht aus, dass möglicherweise er selber dann für Fox («Forum xunde Menschenverstand») antreten wird.

Parteien müssen nachziehen

Nächste Woche stellt die SP ihre beiden Kandidaten vor. Zwei der drei scheidenden Stadträte, Marianne Aguilera und Hans Länzlinger, gehörten der SP an. Diese beiden Sitze will sich die SP wieder holen. Auch die CVP will im Rennen mitmachen. Mit Stadtpräsident Erich Zoller, der sich zur Wiederwahl stellt, wäre sie bereits einmal im Rat vertreten. Die CVP wolle aber einen weiteren Sitz behalten, erklärte Präsidentin Yvonne Suter gestern. Ob dieser für das Amt des Bauchefs, das Walter Domeisen für die CVP bislang innehielt, antritt oder für eines der vier Nebenämter, werde die Partei bis Mitte Juni kommunizieren.

Chandiramani tritt wieder an

Die SVP tritt nicht nur mit einem Stadtratskandidaten an. Mit Claudia Schmid-Bidoli will die Partei im Schulrat vertreten sein. Die zweifache Mutter ist seit zwei Jahren Vizepräsidentin der regionalen Schulaufsicht See-Gaster. Der ehemalige Kantonsrat Christopher Chandiramani stellt sich für die Geschäftsprüfungskommission zur Wiederwahl. Er übt dieses Amt seit 2006 aus.

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