Online seit 4.05.2012 0:00
Tool zeigt grösste Baustellen auf
Verkehr. Pünktlich zum Start der Baustellensaison hat die kantonale Baudirektion im Internet ein neues Tool aufgeschaltet, mit dem sich die Situation im Bezirk überblicken lässt. Autofahrer können sich so besser über die Baustelle informieren, über die sie sich täglich nerven.
Andreas Kurz

Für viele Autofahrer gehören die Baustellen auf den vielbefahrenen Kantonsstrassen zu den mühsamsten und sind deshalb ein Ärgernis. Oft kommt es wegen den Sanierungsarbeiten zu Staus und minutenlangen Wartezeiten. Die kantonale Baudirektion hat nun auf ihrer Internetseite ein neues Tool aufgeschaltet, das auf einer Karte des Kantons Zürich alle 105 grösseren Baustellen dieser Baustellensaison zeigt.

Zusätzlich erfährt man mit ein paar Mausklicks die Dauer und Art der Bauarbeiten, die Länge des betroffenen Strassenabschnitts und wie der Verkehr um die Baustelle geleitet wird. Die aktiven Baustellen sind rot, die zukünftigen grün markiert.

Dass man dank diesen Informationen den Baustellen-Frust der Autofahrer reduzieren könne, davon gehen die Verantwortlichen bei der Baudirektion nicht aus: «Diese Illusion machen wir uns nicht», sagt Mediensprecher Thomas Maag. Die meisten Automobilisten würden sich gar nicht über Baustellen informieren. Und wenn, dann per Autoradio, Zeitung oder via Informationstafel am Strassenrand.

Das Tool sei für diejenigen gedacht, die sich genauer informieren wollen, wie lange die nervige Baustelle auf ihrem Arbeitsweg noch bestehen bleibt. Baustellen-Anwohner fänden zudem Informationen über die Ansprechperson der jeweiligen Baustelle. Das Tool befindet sich auf der Webseite des Tiefbauamts (www.tiefbauamt.zh.ch) unter der Rubrik Baustellen.

Sechs Baustellen im Bezirk

Da ein Strassenbelag lediglich zwanzig bis dreissig Jahre lang hält, müssen jedes Jahr 50 bis 70 Kilometer Kantonsstrasse ersetzt werden. Im Bezirk Horgen wird der Belag dieses Jahr an sechs Stellen auf einer Länge von insgesamt 2,6 Kilometern aufgerissen.

Die sechs Baustellen verteilen sich auf die vier Gemeinden Thalwil (2), Horgen (2), Wädenswil und Hütten (siehe Seite 3).

Gemäss Thomas Maag sei die Situation im Bezirk Horgen diesen Sommer weder besonders ruhig noch hektisch. «Die Anzahl der Baustellen ist ähnlich wie im Vorjahr», sagt der Mediensprecher.

Wie lange eine Baustelle bestehen bleibt, hängt stark davon ab, ob bei der Sanierung der Strasse gleich auch noch die Strom-, Wasser-, Gasoder Telefonleitungen, die sich unter den Strassen befinden, erneuert werden. Dem Eindruck, dass es immer mehr Baustellen gebe, widerspricht die Baudirektion. Schuld daran sei der zunehmende Verkehr, schreibt das Amt in einer Mitteilung.

Fast 40 Prozent mehr Autos

Von 1990 bis 2011 habe der Individualverkehr im Kanton Zürich um 226000 Motorfahrzeuge (plus 36 Prozent) zugenommen. Das führe dazu, dass die Auswirkungen von Baustellen auf den Verkehrsfluss immer stärker werden. Für die Strassensanierungen gibt die kantonale Baudirektion dieses Jahr rund 147 Millionen Franken aus.

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