Online seit 3.05.2012 0:00
Ein Katalog der günstigsten Spitäler
Das Spital Linth hatte auch 2011 wieder Patientenzuwachs. Bild: Manuela Matt
Uznach. Die freie Spitalwahl bringt Umstellungen für Spitäler, Kanton und Versicherungen mit sich. Am meisten aber müssen sich die Patienten umgewöhnen sonst kann es teuer werden. Der Kanton St.Gallen hat deshalb eine neue Broschüre herausgegeben, die Regierungsrätin Heidi Hanselmann gestern im Spital Linth vorstellte.
Sarah Gaffuri

Seit diesem Jahr gilt eine neue Regelung, wenn sich ein Patient im Spital behandeln lassen muss. Schnell einmal kann es teuer werden, wenn man sich für ein Krankenhaus entscheidet, das nicht auf der Spitalliste steht. Nur in diesen übernehmen Kanton und Versicherung die Kosten. Heute tun sie dies zu je 50 Prozent. Ab 2015 bezahlt der Kanton 55 Prozent. Jedes Mal, wenn ein Patient sich in einem ausserkantonalen Spital behandeln lässt, fliesst also Geld ab. Entsprechend sorgt der Kanton vor und nimmt nur bestimmte Spitäler in seine Liste auf. Für stationäre Behandlungen in einem ausserkantonalen Spital kommen Kanton und Versicherung nur auf, wenn diese Behandlung in St. Gallen nicht angeboten wird oder wenn ein Notfall vorliegt und es nicht mehr möglich ist, den Patienten in ein sankt-gallisches Spital zu bringen.

Gut positioniert

Das bedeutet für die einzelnen Spitäler auch, dass sie mehr unter Konkurrenzdruck geraten. Gerade deshalb will man auch in die Spitalinfrastruktur investieren. Das Spital Linth habe sich gut positioniert, sagte gestern Gesundheitsministerin Heidi Hanselmann bei ihrem Besuch in Uznach. Das Regionalspital sei ein wichtiger Pfeiler der medizinischen Versorgung im Kanton. Die Bettenbelegung zeige, dass die Bewohner des Wahlkreises See-Gaster Vertrauen in ihr Regionalspital hätten und seine Qualität anerkannten. Stationär wurden 2011 6462 Patienten in Uznach behandelt. Das sind 135 mehr als im Vorjahr. 2002 waren es noch 4437; der Aufwärtstrend ist bislang ungebrochen. Ebenfalls jährlich aufwärts bewegt sich die Anzahl Patienten, die sich ambulant im Spital Linth verarzten oder untersuchen liessen. Sie werden aber seit 2010 in einer anderen Aufstellung erfasst, weshalb diesmal keine Zahl vorliegt. Zwischen 2002 und 2009 aber stieg ihre Anzahl von 12592 auf 19331 an.

Das positive Image habe nicht zuletzt mit der erfolgreich abgeschlossenen ersten Etappe des Umbaus zu tun. Die zweite lässt allerdings noch etwas auf sich warten. Am Freitag wird die Regierung ihr Sparmassnahmenpaket der Öffentlichkeit vorstellen. Dann erst wird klar, ob das Spital im ursprünglich geplanten Zeitraum und Rahmen erweitert werden kann oder nicht. Danach wird das Sparpaket im Kantonsrat diskutiert.

100 Vollzeitstellen in 10 Jahren

Letztes Jahr arbeiten knapp 500 Personen im Spital Linth. Sie teilen sich 345 Vollzeitstellen. Das sind über 100 Stellen mehr als vor 10 Jahren. Das Regionalspital Linth arbeitet in verschiedenen Bereichen auch mit ausserkantonalen Partnern zusammen. Mit der Gesundheitsversorgung Zürcher Oberland (GZO) wird der Rettungsdienst geteilt; mit dem Kanton Glarus besteht eine Zusammenarbeit in den Feldern Urologie, Labor, Wäscherei, MRI, Neurologie und ab Sommer ebenfalls Rettung. Mit dem Pflegezentrum Linth in Uznach werden ebenfalls verschiedene Dienstleistungen koordiniert. Zudem arbeitet das Spital Linth mit der Rehabilitations-Klinik Zurzach zusammen.

Damit sei der Kanton St. Gallen sehr kosteneffizient, sagte Heidi Hanselmann. Er liegt schweizweit an siebter Stelle. Auch wenn sich das Gesundheitsdepartement bemühe, den Kostenzuwachs einzudämmen: Günstiger gehe es nicht, hielt Hanselmann fest. Die demographische Entwicklung zu mehr Seniorinnen und Senioren und der stetige medizintechnische Fortschritt liessen das Gesundheitswesen ständig teurer werden.

 

Die Broschüre, die die freie Spitalwahl erklärt, liegt in Spitälern und Hausarztpraxen auf und kann im Internet nachgelesen werden: http://www.sg.ch/home/gesundheit/kantonsarzt/hospitalisation.html.

© Tamedia AG 2011 Alle Rechte vorbehalten