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SP-Jungstar Cédric Wermuth erntet viel Applaus
SP-Nationalrat Cédric Wermuth fühlte sich im General-Wille-Saal sichtlich wohl. Er sprach den SPlern des Bezirks in seiner Rede zum 1. Mai aus dem Herzen. Bild: Sabine Rock
Meilen. Die Genossinnen und Genossen des Bezirks waren an der 1.-Mai-Feier im «Löwen» unter sich und feierten den Tag der Arbeit in ausgelassener Stimmung. SP-Jungnationalrat Cédric Wermuth hielt eine flammende Rede.
Cédric Wermuth

Geschäftig schreitet Cédric Wermuth mit weit ausholenden Schritten durch den General-Wille-Saal im Meilemer Gasthof Löwen. Der mit 26 Jahren zweitjüngste Nationalrat nach seinem Walliser SP-Kollegen Roberto Schmidt trägt feines Tuch und wie immer keine Krawatte. Am Revers steckt ein SP-Pin.

Der Hansdampf in allen Gassen der Sozialdemokraten begrüsst Hanspeter Göldi, Präsident der SP des Bezirks Meilen, dessen Einladung als Gastredner am 1. Mai Wermuth gefolgt ist. Der Jungpolitiker aus dem Kanton Aargau geniesst das anschliessende Bad in der Menge, schüttelt viele Hände, setzt sich spontan an die mit roten Nelken geschmückten Tische und plaudert mit SP-Mitgliedern, die in ihm eine der treibenden Kräfte sehen, um linke Anliegen zu vertreten.

Als erste Rednerin hat Sabine Sieber, SP-Gemeindepräsidentin von Sternenberg, ihren Auftritt. Sie vergleicht in launigen Worten das Leben in ihrer 360-Seelen-Gemeinde mit jenem an der Goldküste. Mit der Gegenüberstellung ruft sie zu mehr Gerechtigkeit auf.

Breitseite gegen SVP

Wenig später steht Wermuth vor dem Mikrofon und richtet sein Wort ans Publikum, das den Saal fast bis auf den letzten Platz füllt. Der Redner liebt die politische Provokation, er gibt gerne und äusserst eloquent das Enfant terrible der Schweizer Politik. Der Themen, die linke Kreise in Aufruhr bringen, gibt es in diesen Tagen genügend, und Wermuth schöpft aus dem Vollen. Der «Steuerkrieg» mit Deutschland, Griechenland, das Bankgeheimnis kommen zur Sprache, dazu poltert der «Sozi» gegen die aus seiner Sicht ungerechte Lohnund Vermögensverteilung im Land. Einen idealen Steilpass, die politische Rechte auf die Schippe zu nehmen, hat ihm SVP-Nationalrätin Natalie Rickli zugespielt. Ihre kürzlicheAussage: «Einzelne Deutsche stören mich nicht, mich stört die Masse», dreht er genüsslich um: «Mir geht es genau so, nicht im Bezug auf die Deutschen, aber auf die SVP.» Der Saal bricht in Gelächter aus und applaudiert heftig. Die SVP bekommt ihr Fett weiter ab. Mit den Worten: «Liebe Genossinnen und Genossen, die Masken der politischen Rechten sind am Fallen, es kommt Bewegung ins Land das müssen wir ausnützen!», ruft Wermuth zur Tat auf.

Wie früher die Spontis

An einer Stelle kann es der ehemalige Präsident der Juso Schweiz nicht lassen, einen Ausdruck der Sponti-Bewegung aus früheren Jahren zu gebrauchen. Den Satz «Der Raubzug an unserer Gesellschaft durch die oberen Zehntausend gehört gestoppt» beendet er mit den Worten «aber subito». Rhetorisch geschickt nimmt Wermuth am Schluss der Rede allfälligen Gegnern seiner Argumente von denen es im Saal allerdings keine hat den Wind aus den Segeln. «Wer meint, wir seien Utopisten, weil wir glauben, eine Schweiz der Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität sei möglich, dem sage ich: Ja, dann sind wir eben Idealisten.» Nochmals brandet Applaus auf.

Der 1. Mai als Fest

Cédric Wermuth hat noch einen weiteren Termin und verabschiedet sich bald einmal von den SPlern des Bezirks. Diese feiern weiter, es sind viele fröhliche Gesichter auszumachen. Das Quartett Amaron spielt traditionelle Weisen aus aller Herren Länder, der eine oder andere kühle Weisswein wird aufgetischt. Alles in allem: Die SP des Bezirks Meilen hat den 1. Mai gebührend als Fest gefeiert.

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