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Bezirksgemeinden schwimmen in Steuergeldern
Gemeindefinanzen. Ein Grossteil der Gemeinden im Bezirk Horgen weist für das Jahr 2011 klar bessere Rechnungsabschlüsse aus als budgetiert. Grund dafür sind in den meisten Fällen höhere Steuereinnahmen.
Pascal Jäggi

Die Bekanntgabe der Jahresrechnungen war in den letzten Wochen für fast alle Gemeinden im Bezirk ein freudiger Akt. Kilchberg etwa schliesst um 14 Millionen Franken besser ab als budgetiert, die Horgner Rechnung zeigt sich um 11,8 Millionen Franken verbessert. Thalwil präsentiert ein um 14 Millionen Franken verbessertes Ergebnis gegenüber dem Budget 2011. Insgesamt haben neun Bezirksgemeinden ein deutlich verbessertes Resultat erreicht.

Die Erklärungen der Finanzvorstände für diese Resultate sind einhellig: Einmalige und ebenso unerwartete Steuereinnahmen haben in Adliswil, Thalwil, Wädenswil oder Kilchberg zu den guten Ergebnissen geführt.

Pessimismus ist normal

Für Heinz Montanari, Leiter Gemeindefinanzen beim Gemeindeamt des Kantons Zürich, sind die mehrheitlich guten Rechnungsabschlüsse keine Überraschung. «Wir haben festgestellt, dass die Gemeinden tendenziell eher pessimistisch budgetieren», sagt er auf Anfrage. Eine mögliche Erklärung ist die in den letzten Jahren aufgekommene Angst vor den Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Meistens sind die Steuereinnahmen für die Differenz verantwortlich, was die Mitteilungen der Horgner Bezirksgemeinden bestätigt. Die Steuereinnahmen seien nicht einfach vorauszusehen, meint Montanari. Zusätzlich machen einige Gemeinden Investitionen nicht im geplanten Umfang, etwa weil Bauvorhaben verschoben werden müssen.

Nur Langnau hat das gesteckte Ziel eingehalten. Oberrieden und Rüschlikon stehen mit hohen Aufwandüberschüssen da. Beide haben aber aufgrund des Finanzausgleichs grosse Rückstellungen getätigt. Während Oberrieden 7Millionen Franken Aufwandüberschuss statt des budgetierten Aufwandüberschusses von 160000 Franken verzeichnet, weist Rüschlikons Rechnung ein Minus von 14,5 statt 1,6 Millionen Franken auf. Ohne den Finanzausgleich hätte sich die Gemeinde über einen Gewinn von fast 200 Millionen Franken freuen können. Das Extrembeispiel auf der anderen Seite ist Hütten, das einen kleinen Gewinn verzeichnet, der vor allem dank dem Finanzausgleich zustande gekommen ist.

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