Mit 320 Wohnungen gehört die Mieter-Baugenossenschaft Wädenswil zu den grössten Mietergenossenschaften im Bezirk Horgen. Und in den nächsten Jahren soll sie weiter wachsen: Dank einer für 2013 angestrebten Übernahme der Baugenossenschaft Hütten mit 18 Wohnungen und auch dank einer Neuüberbauung im Gebiet Neudorfstrasse/Fluhweg in Wädenswil. Weichen sollen dort dafür drei über 60und drei über 80-jährige Genossenschaftshäuser mit zusammen 24 kleineren Wohnungen mit wenig Komfort.
Vier dreieckige «Schwestern»
Ein entsprechender Projektwettbewerb mit acht Teilnehmern ist mittlerweile entschieden, sodass Verwaltungsratspräsident Fritz Treichler an der Generalversammlung der Genossenschaft vom Freitag in der Kulturhalle Glärnisch den Schleier über dem Siegerprojekt lüften konnte: Es heisst «Four Sisters» oder zu Deutsch «Vier Schwestern» und stammt von der Esch Sintzel Architekten GmbH, Zürich. Das von der Jury gekürte Projekt sieht anstelle der Altliegenschaften die Erstellung von vier dreieckförmigen, miteinander verbundenen Gebäudeteilen vor. Von der äusseren Erscheinung erinnern sie an Felszacken, vom Grundriss her an zwei versetzt nebeneinander schwebende Schmetterlinge.
Verteilt auf drei bis vier Wohngeschosse mit Attika-Aufbau sollen in dem neuen Gebäudekomplex um die 49 moderne, neue Wohnungen entstehen: 31 4½-Zimmer-Wohnungen, 13 3½-Zimmer-Wohnungen und 5 5½-Zimmer-Wohnungen. Die unterirdische Parkgarage mit voraussichtlich über 50 Plätzen würde von der Neudorfstrasse her erschlossen. Die genauen Kosten der Siedlung liessen sich erst im Rahmen der Detailplanung beziffern, wenn auch klar sei, wo das Projekt noch nachgebessert werden müsse, meinte Treichler. Der Verwaltungsrat rechnet mit einem Investitionsvolumen von 23 bis 25 Millionen Franken.
Von Verdichtung profitieren
Die bessere Ausnützung des Grundstückes durch bauliche Verdichtung erlaube es der Genossenschaft, an Neudorfstrasse und Fluhweg die Zahl ihrer dortigen Wohnungen «Knall auf Fall zu verdoppeln», betonte Treichler. Damit komme man auch Kritikern entgegen, die an der Generalversammlung vor Jahresfrist bei der Präsentation von ersten Studien für etwas kleinere, aber dafür ein paar zusätzliche Wohnungen plädiert hatten. Damals war der Verwaltungsrat noch von 36 neuen Wohneinheiten ausgegangen.
Die Wettbewerbsjury lobt am Siegerprojekt vor allem dessen räumliche Gliederung und Einpassung in die Umgebung. Im Vergleich mit andern Vorschlägen weise «Four Sisters» zudem überdurchschnittlich viel Nutzfläche auf und leiste damit «einen guten Beitrag für eine ökonomische Realisierung» der Genossenschaftswohnungen, heisst es im Bericht. Gemäss heutigen Berechnungen müssen die künftigen Bewohner von 4½-Zimmer-Wohnungen mit rund 2200 Franken Monatsmiete (ohne Nebenkosten) rechnen, jene von 3½-Zimmer-Wohnungen mit rund 1850 Franken.
Kreditentscheid 2013
Über den Baukredit sollen die Genossenschafter an der Generalversammlung vom Frühjahr 2013 entscheiden wenn auch die Baubewilligung vorliegen sollte. Im Herbst 2013 möchte der Verwaltungsrat mit dem Abbruch der Altliegenschaften beginnen, im Frühling 2014 mit dem Neubau. Wird das Vorhaben nicht durch Rekurse verzögert, dürften die neuen Wohnungen im Herbst 2015 bezugsbereit sein.
Ende dieser Woche findet in der ehemaligen Mewa-Fabrik an der Zugerstrasse 64 in Wädenswil eine öffentliche Ausstellung mit den Wettbewerbsarbeiten statt: Freitag, 27. April, 16 bis 20 Uhr, Samstag, 28. April, 10 bis 14 Uhr.
