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Baustart soll Verkauf ankurbeln
Ab 2014 können die Bewohner des «Beach House» die Nähe zum See geniessen. Noch ist erst ein Viertel der Wohnungen verkauft. Visualisierung: zvg
Wädenswil. Im letzten halben Jahr hat die Peach Property Group keine weiteren Luxus-Eigentumswohnungen im «Beach House» auf der Giessen-Halbinsel verkauft. Mit dem gestrigen Spatenstich werde sich dies ändern, ist man bei der Immobilienentwicklerin sicher.
Elio Stamm

Gestern erfolgte am gegen Richterswil gelegenen Zipfel der Giessen-Halbinsel feierlich der Spatenstich für das «Beach House», die erste von drei Etappen der geplanten Luxus-Überbauung auf der Giessen-Halbinsel.

Dies erstaunt insofern, als noch im vergangenen November verschiedene Medien darüber berichteten, dass der Verkauf der 23 Eigentumswohnungen für 2,2 bis 5 Mio. Franken ins Stocken geraten sei. Der Termin für den Bau des «Beach House», so folgerten sie damals, verzögere sich, weil die Zürcher Immobilienentwicklerin Peach Property Group erst nach Abschluss einer gewissen Zahl von Verkäufen auf das Fremdkapital Zugriff habe.

Der Rüeschliker Peach-Property-CEO Thomas Wolfensberger entgegnete auf die Berichte, man habe 25 Prozent der Gesamtwohnfläche verkauft und 19 Prozent reserviert. Gebaut werde, sobald Wohnungen für weitere 18 Mio. Franken und somit insgesamt 43 Prozent der 102 Mio. Franken teuren Gesamtwohnfläche beurkundet seien.

Mehr eigenes Kapital

Ein Blick auf den Vertriebsstand zum gestrigen Baustart zeigt allerdings, dass sich an diesem Stand seit November nichts verändert hat, es sind immer noch erst 25 Prozent definitiv verkauft. Peach Property hat in den letzten sechs Monaten also keine zusätzliche Wohnung mehr beurkundet.

Wolfensberger wusste gestern beim Spatenstich natürlich, dass dies zu Fragen führen würde. Und er gab auch gleich die passende Antwort: «Der Baustart kann trotzdem schon erfolgen, weil wir den Eigenkapitalanteil an der Finanzierung erhöht haben.» Um wie viel Prozent das Eigenkapital aufgestockt wurde und wie hoch der Anteil an Fremdkapital bleibt, wollte Wolfensberger nicht sagen. Bei Immobilienprojekten in dieser Grössenordnung seien aber 75 bis 80 Prozent Fremdkapital die Regel.

«Ein wichtiges Zeichen»

Bei Peach Property ist man zuversichtlich, was den weiteren Absatz der Luxuswohnungen angeht. Es stünden viele Interessenten «in der Pipeline», sagte Wolfensberger. «Der Baustart ist für sie ein wichtiges Zeichen.» Darum habe man sich auch dafür entschieden, mit den Arbeiten schon vor der anvisierten Beurkundung von 43 Prozent des Vertriebsstands zu starten.

Dass der Verkauf der insgesamt 4745 Quadratmeter grossen Wohnfläche nicht innert Monatsfrist erfolgt, ist im Preissegment, in dem die Peach Property Group Immobilien entwickelt, nichts Ungewöhnliches. Hinzu kommt gemäss Wolfensberger, dass die Käufer dereinst in den Wohnungen leben sollen und sie nicht als Geldanlage betrachten. «So eine Entscheidung braucht Zeit.» Wolfensberger ist aber zuversichtlich, dass zum geplanten Zeitpunkt des Bezugs im Frühjahr 2014 alle Wohnungen verkauft sind.

Die Käufer bezahlen beim Abschluss des Verkaufsvertrages 20 Prozent des Preises als Anzahlung. Für die restlichen 80 Prozent müssen sie eine Bankgarantie hinterlegen. Dieses Geld erhält Peach Property erst 2014.

Aktienkurs am Boden

Dennoch hat die Bauherrin mit dem «Beach House» bisher nicht nur Ausgaben. Bereits 2010 hat sie rund die Hälfte ihrer Anteile am «Beach House» an verschiedene Partner des gemeinsamen ausführenden Konsortiums des Projekts, die sogenannte Beach House AG, verkauft. Dies tat die seit November 2010 an der Börse kotierte Peach Property Group unter anderem, um Kapital zu besorgen, wie Wolfensberger gestern bestätigte.

Mit ihren langfristigen Immobilienprojekten stellt sich für Peach Property grundsätzlich die Herausforderung, dass die Einkünfte, die hauptsächlich nach Abschluss eines Projektes anfallen, zeitlich ungleich verteilt sind. So schrieb die AG 2011 einen Verlust von 11,1 Mio. Franken; der Aktienkurs liegt seit Monaten 60 Prozent unter dem Ausgabewert. Als Gegenmassnahme hat das Unternehmen letztes Jahr Immobilien gekauft, die regelmässige Mieteinnahmen garantieren.

Die Schwankungen der Einnahmen haben für Wolfensberger keine Auswirkungen auf das «Beach House» in Wädenswil. 2012 und 2013 würden fertiggestellte Grossprojekte einen Cashflow im zweistelligen Millionenbereich mit sich bringen. «Die Weichen für eine profitable Zukunft sind gestellt», ist er überzeugt.

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