Ab dem 10. April stattet Post-auto Schweiz rund 300 Fahrzeuge mit WiFi-Antennen aus, zuerst in der Ostschweiz, im Aargau und im Wallis, ab Mai auch im Kanton Zürich. Passagiere kommen damit drahtlos und gratis ins Internet. Dadurch nimmt Postauto Schweiz im öffentlichen Verkehr eine Vorreiterrolle ein.
Ob drahtloses Surfen auch in den Postautos des Bezirks Horgen möglich ist, klärt Postauto Schweiz zurzeit mit Messfahrten ab, in denen die Signalstärke geprüft wird. «Im urbanen Raum rund um Zürich sollte die Netzabdeckung jedoch gewährleistet sein», glaubt Mediensprecher Mariano Masserini. Postautos, in denen WiFi funktioniert, sind durch ein Signet neben der Bustür gekennzeichnet.
Nutzen ist fraglich
Kein Thema ist WiFi zurzeit im Zürcher Verkehrsverbund (ZVV). Die Kommunikationsverantwortliche Beatrice Henes erklärt: «Ob und wann WiFi in S-Bahnen zum Einsatz kommt, ist offen.» Man werde aber die Einführung bei Postauto Schweiz im Auge behalten.
Aus Sicht der Passagiere würde drahtloser Internetzugriff in der S-Bahn durchaus Sinn machen. Die Fahrt mit der S2 beziehungsweise der S8 von Richterswil zum Zürcher Hauptbahnhof dauert mehr als 30 Minuten. Pendler hätten also genügend Zeit, im Internet ihre E-Mails zu überprüfen oder Zeitung zu lesen. Weil der Mobilfunkempfang teilweise sehr schwach ist, ist das Surfen derzeit nur eingeschränkt möglich.
Auch die SZU, Betreiberin der Sihltal-Zürich-Üetliberg-Bahn und marktverantwortlich für die Zimmerberg-Busse, plant vorerst nicht, WiFi-Antennen einzurichten. «Das Verhältnis von Kosten zu Nutzen ist fraglich», sagt Mediensprecher Armin Hehli. Ein Passagier der SZU verweile durchschnittlich für vier bis sechs Kilometer in der Bahn und hätte daher nicht viel Zeit zum Surfen. Die Kosten, um den drahtlosen Internetzugang einzurichten, seien hingegen erheblich. Armin Hehli bezweifelt zudem, dass die Technik genug ausgereift ist: «In Zügen, in denen viele Leute eng beieinandersitzen, wird es schwierig sein, allen den Zugang zum Internet zu ermöglichen.»
