Online seit 27.01.2012 0:00
Alter Wunsch nach einer Kanti Linth wird neu lanciert
Die CVP im Wahlkampf (von links): Beat Jud und Yvonne Suter (Kantonsräte), Sandro Morelli (Kantonsratskandidat), Peter Göldi (Kantonsrat). Bild: Sarah Gaffuri
Uznach. Gestern stellte die CVP Linthgebiet ihre neue Petition vor. Darin verlangt sie eine Stärkung des Linthgebiets in vier verschiedenen Punkten. Unter anderem soll die Einrichtung einer neuen Kanti geprüft werden.
Sarah Gaffuri

Das Linthgebiet werde vom Kanton zu wenig gefördert und unterstützt, ist sich die regionale CVP sicher. Unter anderem verlangt sie in ihrer neuen Petition «Linthgebiet stärken!» Sofortmassnahmen im öffentlichen Verkehr, im Strassenbau, die Einrichtung eines Beratungszentrums sowie den Ausbau des Bildungsstandorts. Dazu gehört auch die Prüfung einer Kantonsschule Linthgebiet.

Dafür erhält die Mittepartei von links und rechts allerdings wenig Beifall. Marianne Aguilera, Vorstandsmitglied der SP See-Gaster, hat zwar Verständnis für das Anliegen: «In einer Stadt von der Grösse von Rapperswil-Jona kann man sich eine Kantonsschule gut vorstellen.» Aber der Kanton habe nun mal übergeordnete Interessen. «Wie schwierig solche Anliegen zu verteidigen sind, kann man schon sehr gut am Beispiel der Spitäler sehen.» Zudem wäre die Kantonsschule Wattwil nur mit Toggenburger Schülern nicht ausgelastet.

Das sieht auch Hansruedi Spiess so. Der Präsident der FDP See-Gaster sass für seine Partei lange Jahre im Kantonsrat. «Die Idee der Kanti Linthgebiet ist alt», erinnert er sich. Nachdem damals das Toggenburg den Zuschlag erhielt, habe das Linthgebiet später die HSR erhalten. Die Kantonsschule Wattwil und später auch jene in Wil sind gebaut und gut frequentiert. Jetzt die vielen Schüler von diesseits des Rickens abzuziehen und für 100 und mehr Millionen hier eine neue Schule zu bauen, hält Spiess bei der aktuellen Finanzlage des Kantons für keine gute Idee. Zudem stellt sich für ihn die Frage des Ortes. Rapperswil-Jona käme für Schüler des oberen Seebezirks und des Gasters nur bedingt in Frage. «Aber Uznach ist ja wiederum nur einige Zugminuten von Wattwil entfernt.» Marianne Steiner, Präsidentin der SVP See-Gaster, sagt: «Die Förderung der Bildung in der Region ist sicher eine gute Sache.» Aber der Zeitpunkt der CVP-Petition habe vor allem mit den Kantonsratswahlen vom März zu tun. Machbares komme vor Wünschbarem: «Solange wir unseren Staatshaushalt nicht in Ordnung gebracht haben, sind nicht schon neue Begehrlichkeiten anzumelden.» Eine Kantonsschule im Linthgebiet sei im Moment nicht dringend. Doch die CVP verfolgt mit der Petition auch andere Ziele.