Online seit 12.02.2013 0:00
Geringstes Wachstum seit Jahren
Auch dieses Schnee-Ehepaar in Oetwil gehört vorübergehend zur Bevölkerung im Bezirk Meilen – zu deren längerfristigem Wachstum tragen die beiden allerdings nicht bei. Leserbild: Sebastian und Alexandra Bühler
Bevölkerungszahlen. Neun der elf Bezirksgemeinden vermelden steigende Einwohnerzahlen. Im Vergleich zu früheren Jahren hat sich das Bevölkerungswachstum in der Region aber merklich abgeschwächt.
Ueli Zoss

Ende 2012 lebten 97537 Personen im Bezirk Meilen. Das sind 390 Menschen mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Amt des Kantons Zürich ausgerechnet hat. Die Bevölkerung hat damit um 0,4 Prozent zugenommen das ist die geringste Wachstumsquote der letzten zehn Jahre.

Die Entwicklung läuft entgegengesetzt zu früheren Zeiten. Noch in den 1990er Jahren war die Einwohnerzahl an der Goldküste kontinuierlich angestiegen. Vor und um die Jahrtausendwende setzte ein regelrechter Boom ein. Um 2012 näher an die sechsstellige Einwohnerzahl zu kommen, hätte das rechte Seeufer eine Zunahme wie beispielsweise vor zehn Jahren mit zwei Prozent gebraucht.

Küsnacht stagniert

Den prozentual grössten Bevölkerungszuwachs verzeichnete im letzten Jahr Uetikon: Um 1,6 Prozent oder 95 Personen wuchs die Dorfbevölkerung an. Auch Oetwil legte um mehr als einen Prozentpunkt zu (1,2). Das Gros der Gemeinden verzeichnete hingegen eine marginale Zunahme.

Als einzige Kommune weist Küsnacht gar eine sinkende Einwohnerzahl auf. Die Abnahme bleibt mit minus 0,2 Prozent allerdings geringfügig. «Wir verzeichnen seit längerer Zeit eine stabile Einwohnerzahl», erklärt Markus Ernst. Diese Entwicklung hat für den designierten Küsnachter Gemeindepräsidenten (FDP) einen plausiblen Grund: «Bauland wurde in Küsnacht in letzter Zeit nur wenig eingezont.»

Anders gezählt

Fast eine Nullnummer legte Stäfa hin. Dennoch bleibt die Seegemeinde mit 13866 Einwohnern bevölkerungsreichste Ortschaft im Bezirk. Die gemeindeeigene Berechnung ergab allerdings fürs vergangene Jahr einen Anstieg von 28 Personen. Das sind 26 Einwohner mehr, als die kantonalen Statistiker ermittelt haben. «Abweichungen kann es immer geben», sagt Dieter Suter, der stellvertretende Gemeindeschreiber in Stäfa. «Es kommt darauf an, wann genau alle Abmeldungen von Weggezogenen bei uns eintreffen.»

Die Bevölkerungserhebung 2012 zeigt auch auf, dass der Bezirk Meilen in einer Hinsicht aus der Reihe tanzt: In der Region leben mehr ältere Menschen als anderswo. Der Anteil der über 65-Jährigen beträgt 21,2 Prozent (Kanton Zürich: 16,7 Prozent). In absoluten Zahlen ausgedrückt: Jede fünfte Person hat am rechten Seeufer das Pensionsalter erreicht, im Kanton jede sechste. Der Anteil der unter 20-Jährigen ist mit 20,5 Prozent hingegen leicht höher als im gesamten Kanton (19,6).

Weniger Ausländer

Durchschnittlich sind die Bewohner des Bezirks Meilen 42 Jahre alt. Das entspricht dem höchsten Wert aller Regionen im Kanton Zürich. Nach unten weicht der Bezirk Meilen hingegen beim Ausländeranteil ab: 24,8 Prozent beträgt dieser im Kanton; 20,2 Prozent sind es im Bezirk.

Hans-Peter Bucher, Bevölkerungswissenschaftler des Statistischen Amts des Kantons Zürich, prognostiziert wegen der anhaltenden Zuwanderung aus dem EU-Raum weiterhin ein mässiges Wachstum am rechten Seeufer.

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