Online seit 25.01.2013 0:00
Tina Turner ist bald Küsnachterin
Ausdruck ihrer Verbundenheit mit ihrer Wahlheimat: Tina Turner erhielt 2010 den Swiss Award des Schweizer Fernsehens und freute sich darüber fast mehr als über einen Grammy. Bild: key
Küsnacht. Die berühmteste Rocksängerin der Welt will Schweizerin werden. Ihr Gesuch zur Einbürgerung ist bereits von der Gemeinde Küsnacht bewilligt worden. Es fehlt nur noch die Zustimmung von Bund und Kanton.
Christian Dietz-Saluz

Seit 18 Jahren lebt Tina Turner in Küsnacht. Jetzt legt die US-Amerikanerin das definitive Bekenntnis zu ihrer neuen Heimat ab. Sie hat um die schweizerische Staatsbürgerschaft ersucht. Die Gemeinde Küsnacht hat das Verfahren bereits abgeschlossen und erteilt das Bürgerrecht «Turner-Bullock Tina unter Vorbehalt des Kantonsbürgerrechts und der eidgenössischen Einbürgerungsbewilligung».

So wird in der heutigen Ausgabe der «ZSZ» die Einbürgerung der berühmtesten Rocksängerin aller Zeiten in einer amtlichen Anzeige der Gemeinde Küsnacht verkündet.

Nur noch Schweizerin

1995 zog Tina Turner aus den USA zunächst nach Zürich und dann nach Küsnacht, weil ihr Lebenspartner beruflich in die Schweiz versetzt wurde. Rasch fühlte sie sich am Zürichsee heimisch. «Sie schätzt die schöne Landschaft, die freundlichen Menschen, das Spiel der vier Jahreszeiten», lässt sie durch Pressesprecherin Karin Rhomberg mitteilen. Vor allem geniesse sie es, Privatperson sein zu können. Ihre Privatsphäre werde hier respektiert.

«Sie freut sich, wie sie hier aufgenommen wurde, wie man sie freundlich und zurückhaltend behandelt», sagt die Sprecherin. Die Schweiz sei längst ihr Lebensmittelpunkt. Daraus habe sich für die heute 73-Jährige der Wunsch ergeben, auch die Schweizer Staatsbürgerschaft zu erhalten. «Sie will klare Verhältnisse schaffen», erklärt Karin Rhomberg. «Tina Turner gibt darum auch die Staatsbürgerschaft der USA zurück.» Anna Mae Bullock, wie Tina Turner ursprünglich hiess, wuchs in Tennessee im Süden der Vereinigten Staaten auf. 1962 heiratete sie Ike Turner. Als Ike & Tina Turner stiegen sie im Laufe der Jahre zu einem der erfolgreichsten Acts im Rockmusikgeschäft auf. Doch im Privatleben ging alles kaputt. 1976 verliess Tina Turner ihren Mann und musste als Solokünstlerin wieder ganz unten beginnen.

Ihre Klasse und auch gutes Management brachten sie bis 1984 mit dem Album «Private Dancer» wieder an die Spitze. Dort blieb Tina Turner bis zur Welt-Abschiedstournee 2009, an der sie überall in ausverkauften Stadien und Hallen auftrat. Sie hat 180 Millionen Platten und CDs verkauft. Acht Grammys, die höchste Auszeichnung in der Unterhaltungsmusik hat sie erhalten. Vor allem war Tina Turner die erste Frau, die im «juvenilen» Metier der Rockmusik jede Altersgrenze gesprengt hat und auch deshalb von den Millionen Fans verehrt wird.

Normale Einbürgerung

Trotz des Prominentenstatus habe es in Küsnacht keine Bevorzugung bei der Einbürgerung gegeben. «Sie hat das ganz normale Verfahren absolviert, wie jeder andere auch», sagt Pressesprecherin Rhomberg. Im Gespräch mit den zuständigen Behördenvertretern habe sie sich auf Deutsch präsentiert, und sie nehme weiterhin Lektionen. Mit der Region fühlt Tina Turner sich vertraut. Zusammen mit der Erlenbacher Yoga-Lehrerin und Musiktherapeutin Regula Curti und der Mantra-Sängerin Dechen Shak-Dagsay gab sie 2009 das Album «Beyond» heraus, 2011 folgte mit «Children Beyond». ein weiteres.

Vor drei Jahren wurde Turner in Zürich mit dem Swiss Award ausgezeichnet. Diesen Preis des Schweizer Fernsehens als Nichtschweizerin zu gewinnen, mache sie stolz und rühre sie, wie die Sängerin damals sagte. Sie fühle sich mit der Schweiz verbunden. Das kann sie bald mit Fug und Recht und rotem Pass mit weissem Kreuz behaupten.

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